Wie funktioniert Real-Time Bidding (RTB)?

Wie funktioniert Real-Time Bidding (RTB)?

Wie funktioniert Real-Time Bidding (RTB)?

Real-Time Bidding (RTB) ist ein automatisierter Auktionsprozess, bei dem Werbetreibende in Millisekunden auf Anzeigenimpressionen bieten, sobald Publisher-Inventar verfügbar wird. Werbetreibende legen Parameter wie den maximalen Gebotspreis und Zielgruppenkriterien über Demand-Side-Plattformen (DSPs) fest. Das höchste relevante Gebot gewinnt die Auktion und die Anzeige wird dem Nutzer sofort angezeigt.

Real-Time Bidding (RTB) im modernen Advertising verstehen

Real-Time Bidding hat die Art und Weise revolutioniert, wie digitale Werbeplätze gekauft und verkauft werden. Anders als beim traditionellen Media Buying, bei dem Werbetreibende Werbeflächen im Voraus zu Festpreisen erwerben, ermöglicht RTB ein dynamisches, auktionsbasiertes System in Echtzeit. Der gesamte Prozess – vom Besuch eines Nutzers auf einer Website bis zur Anzeige einer Werbung – dauert etwa 100 Millisekunden und zählt zu den schnellsten automatisierten Transaktionen im digitalen Marketing. Diese Geschwindigkeit in Kombination mit präzisem Targeting hat RTB zur dominierenden Methode im Programmatic Advertising gemacht. Der weltweite RTB-Markt wächst mit einer jährlichen Wachstumsrate von 32 % und wird voraussichtlich bis 2026 ein nie dagewesenes Niveau erreichen.

So funktioniert der Real-Time Bidding-Prozess

Der RTB-Prozess umfasst mehrere ausgeklügelte Systeme, die perfekt zusammenarbeiten. Wenn ein Nutzer die Website eines Publishers besucht, beginnt die Seite zu laden und es entsteht eine Anzeigenimpression. In diesem Moment erfasst die Supply-Side-Plattform (SSP) des Publishers Informationen über den verfügbaren Anzeigenplatz, einschließlich Details zum Nutzer (Demografie, Browserverlauf, Standort, Gerätetyp), zum Seiteninhalt und zu den Spezifikationen des Anzeigenplatzes. Diese Informationen werden an eine Ad Exchange weitergeleitet, die als zentraler Marktplatz für die Auktion fungiert.

Die Ad Exchange leitet die Gebotsanfrage gleichzeitig an mehrere Demand-Side-Plattformen (DSPs) weiter, die verschiedene Werbetreibende repräsentieren. Jede DSP analysiert die Nutzerdaten und entscheidet, ob die Impression zu den Targeting-Kriterien und Kampagnenzielen ihres Werbekunden passt. Innerhalb von Millisekunden geben die DSPs Gebote auf Basis der vom Werbetreibenden vordefinierten Parameter ab, darunter maximale Gebotsbeträge (CPM), Zielgruppen-Segmente und Qualitätsanforderungen. Die Ad Exchange bewertet alle eingehenden Gebote, wobei nicht nur der Gebotsbetrag, sondern auch Faktoren wie Anzeigenrelevanz, historische Leistungsdaten und Marken-Sicherheitsmetriken berücksichtigt werden. Das Werbemittel des Gewinnergebots wird dann sofort angezeigt, während die Seite fertig geladen wird.

Diagramm des Real-Time Bidding-Prozesses mit Nutzer, Publisher, SSP, Ad Exchange und mehreren Werbetreibenden, die in Millisekunden bieten

Die wichtigsten Akteure im Real-Time Bidding-Ökosystem

Das RTB-Ökosystem besteht aus mehreren wichtigen Komponenten, die gemeinsam den Auktionsprozess ermöglichen. Supply-Side-Plattformen (SSPs) werden von Publishern genutzt, um ihr Werbeinventar zu verwalten und zu monetarisieren. SSPs verbinden Publisher gleichzeitig mit mehreren Ad Exchanges, DSPs und Ad Networks, sodass sie eine größere Zielgruppe potenzieller Käufer erreichen und durch Wettbewerb unter Werbetreibenden den Umsatz maximieren können. Demand-Side-Plattformen (DSPs) sind das wichtigste Tool für Werbetreibende zum programmatischen Einkauf von Werbeinventar. Werbetreibende laden ihre Werbemittel hoch, legen Targeting-Parameter (z. B. geografische Lage, Gerätetyp, Browser, Betriebssystem, Nutzerinteressen) fest und bestimmen Bietstrategien über die DSP-Oberfläche. Die DSP nimmt dann automatisch im Namen des Werbetreibenden an RTB-Auktionen teil und trifft in Echtzeit Entscheidungen, auf welche Impressionen und zu welchem Preis geboten wird.

Ad Exchanges fungieren als zentraler Marktplatz, auf dem die eigentliche Auktion stattfindet. Diese Plattformen bündeln Werbeinventar von zahlreichen Publishern über deren SSPs und stellen es vielen Werbetreibenden über deren DSPs zur Verfügung. Ad Exchanges nutzen ausgefeilte Algorithmen, um Angebot und Nachfrage abzugleichen und sicherzustellen, dass relevante Werbung zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Nutzer erreicht. Datenanbieter spielen eine unterstützende Rolle, indem sie demografische Informationen, Verhaltensdaten und Zielgruppen-Insights bereitstellen, die Werbetreibenden helfen, fundierte Bietentscheidungen zu treffen. Diese Anbieter sammeln und analysieren Nutzerdaten aus verschiedenen Quellen, um detaillierte Zielgruppenprofile zu erstellen und das Targeting zu präzisieren.

Gebotsparameter und Auktionsmechanik

Werbetreibende haben über konfigurierbare Parameter großen Einfluss darauf, wie ihre Gebote in RTB-Auktionen platziert werden. Der maximale Gebotsbetrag (meist als Tausenderkontaktpreis oder CPM angegeben) ist der höchste Preis, den ein Werbetreibender für eine Impression zu zahlen bereit ist. Es können unterschiedliche Maximalgebote für verschiedene Zielgruppen oder Platzierungen festgelegt werden, um das Budget optimal einzusetzen. Targeting-Parameter erlauben es Werbetreibenden, genau festzulegen, welche Nutzer erreicht werden sollen – etwa nach geografischer Lage, Gerätetyp, Betriebssystem, Browser, Sprache oder Verhaltensindikatoren wie Kaufabsicht oder Browserverlauf.

RTB-ParameterBeschreibungAuswirkung auf die Kampagne
Maximalgebot CPMHöchster Preis pro 1.000 ImpressionenSteuert Budgeteffizienz und Wettbewerbsfähigkeit des Gebots
GeotargetingBestimmte Länder, Regionen oder StädteSichert Reichweite in Zielmärkten
GerätetargetingDesktop, Mobil, Tablet oder spezifische GeräteOptimiert für gerätespezifisches Nutzerverhalten
Zielgruppen-SegmenteDemografische, verhaltens- oder interessenbasierte GruppenVerbessert Relevanz und Conversionraten
Whitelisting von PlatzierungenSpezifische Websites oder App-KategorienSichert Markensicherheit und Kontextrelevanz
Qualitäts-Score-SchwellenMindestanforderungen an AnzeigenqualitätWahrung des Markenimages und der Nutzererfahrung

Die Auktion selbst verwendet meist das Second-Price-Auktionsmodell, das heißt, der Gewinner zahlt den Preis des zweithöchsten Gebots plus einen kleinen Aufschlag, anstatt seines eigenen Gebots. Dieses Verfahren fördert ehrliches Bieten und verhindert, dass Werbetreibende für Impressionen zu viel bezahlen. Bei der Bewertung werden neben dem Gebotsbetrag auch weitere Faktoren berücksichtigt: die Relevanz der Anzeige für den Nutzer, die bisherige Kampagnenleistung des Werbetreibenden, die Qualität der Landingpage sowie diverse Marken-Sicherheitsmetriken. Dieser ganzheitliche Ansatz stellt sicher, dass Publisher ihren Umsatz maximieren und zugleich eine positive Nutzererfahrung bieten.

RTB vs. Programmatic Advertising: Der Unterschied

Obwohl die Begriffe RTB und Programmatic Advertising häufig synonym verwendet werden, beschreiben sie unterschiedliche Konzepte im digitalen Werbe-Ökosystem. Programmatic Advertising ist der übergeordnete Begriff für alle automatisierten, datenbasierten Prozesse des An- und Verkaufs von Werbung. Programmatic umfasst sowohl auktionsbasierte als auch nicht-auktionsbasierte Modelle, wie zum Beispiel Programmatic Guaranteed Deals, bei denen Werbetreibende spezifisches Inventar zu Festpreisen direkt beim Publisher kaufen. Real-Time Bidding bezeichnet speziell die auktionsbasierte Komponente des Programmatic Advertising – also den dynamischen, wettbewerbsorientierten Bietprozess in Echtzeit.

Programmatic Advertising verbindet Supply-Side-Plattformen (Publisher) mit Demand-Side-Plattformen (Werbetreibende) über verschiedene technische Schnittstellen wie Ad Exchanges, Ad Networks und Datenanbieter. RTB ist nur eine Methode innerhalb dieses größeren programmatischen Ökosystems. Weitere programmatic Einkaufsmodelle sind Private Marketplace (PMP)-Deals, bei denen ausgewählte Werbetreibende auf Premium-Inventar bieten dürfen, oder Programmatic Guaranteed (PG)-Deals, bei denen Inventar zu Festpreisen gekauft wird. Das Verständnis dieser Unterschiede ist für Werbetreibende und Publisher bei der Entwicklung einer digitalen Marketingstrategie essenziell, da jede Herangehensweise unterschiedliche Vorteile und Kompromisse hinsichtlich Preisgestaltung, Kontrolle und Inventarqualität bietet.

Kostenstruktur und Preisdynamik im RTB

Die Kosten für Real-Time Bidding variieren stark in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren und Marktbedingungen. Cost Per Mille (CPM) ist die Standard-Kennzahl im RTB und bezeichnet die Kosten pro tausend Anzeigenimpressionen. CPM-Werte können von wenigen Cent bis zu mehreren Euro reichen – je nach Inventarqualität, Zielgenauigkeit und Wettbewerbsintensität der Auktion. Premium-Platzierungen auf stark frequentierten Websites mit engagierten Nutzern erzielen in der Regel höhere CPMs, während weniger gefragtes Inventar günstiger angeboten werden kann. Cost Per Click (CPC) ist ein alternatives Preismodell, bei dem Werbetreibende nur zahlen, wenn ein Nutzer tatsächlich auf ihre Anzeige klickt, was eine direktere Erfolgszuordnung ermöglicht. Cost Per Action (CPA) oder Cost Per Conversion (CPC) Modelle erlauben es Werbetreibenden, nur bei einer bestimmten Aktion (z. B. Kauf, Formularausfüllung) zu zahlen, sind aber im klassischen RTB seltener.

Mehrere Faktoren beeinflussen die RTB-Preise in Echtzeit. Die Tageszeit wirkt sich auf die Preisgestaltung aus: Zu Stoßzeiten steigen die CPMs aufgrund höherer Nutzeraktivität und Konkurrenz. Geografische Lage beeinflusst die Preise erheblich – Nutzer in entwickelten Märkten und Metropolen generieren in der Regel höhere CPMs als Nutzer in weniger entwickelten Regionen. Gerätetyp spielt eine Rolle, da für mobile Impressionen oft andere Preise gelten als für Desktop, je nach Nutzerverhalten und Conversion-Mustern. Zielgruppenqualität und -spezifität stehen in direktem Zusammenhang mit den Preisen, da hochspezifische, wertvolle Audiences mehr Wettbewerb und höhere Gebote anziehen. Saisonale Trends und aktuelle Ereignisse können die Preisdynamik stark beeinflussen, da bestimmte Branchen und Themen zu bestimmten Zeiten besonders gefragt sind.

Vorteile und Nutzen von Real-Time Bidding

Real-Time Bidding bietet sowohl Werbetreibenden als auch Publishern erhebliche Vorteile. Für Werbetreibende ermöglicht RTB eine bislang unerreichte Präzision beim Targeting, sodass sie sehr spezifische Zielgruppen auf Basis detaillierter Verhaltens- und Demografiedaten ansprechen können. Diese Zielgenauigkeit verbessert die Kampagneneffizienz, senkt die Kosten pro Akquisition und erhöht den Return on Investment, da weniger Streuverluste entstehen. Werbetreibende erhalten in Echtzeit Einblick in die Kampagnenperformance und können Gebote, Targeting und Werbemittel sofort anpassen, um die Ergebnisse zu optimieren. Die Automatisierung von RTB reduziert den Zeit- und Ressourcenaufwand für den Mediaeinkauf immens, sodass mehr Kapazität für Strategie und Kreation bleibt.

Für Publisher steigert RTB die Umsatzchancen erheblich, da ihr Inventar einem weltweiten Pool von Werbetreibenden in Echtzeit-Auktionen angeboten wird. Dieser Wettbewerb erhöht die Preise für Premium-Inventar und steigert die effektiven CPMs. Publisher erhalten detaillierte Daten zu Nachfragemustern der Werbetreibenden, was ihnen hilft, die wertvollsten Zielgruppen zu identifizieren und ihre Content-Strategie entsprechend anzupassen. Die Möglichkeit, Mindest-CPMs und Brand-Safety-Kontrollen festzulegen, stellt sicher, dass Publisher redaktionelle Integrität wahren und gleichzeitig den Umsatz maximieren. RTB bietet Publishern zudem Flexibilität im Inventarmanagement, da sie unverkauftes Inventar programmatisch füllen können, anstatt Werbeplätze leer zu lassen.

Fortgeschrittene RTB-Strategien und Optimierungstechniken

Erfolgreiche RTB-Kampagnen erfordern ausgeklügelte Strategien, die über das reine Festlegen eines Maximalgebotes hinausgehen. Bid Shading bedeutet, Gebote strategisch unterhalb des Maximalwertes abzugeben, um die Rentabilität zu erhöhen und dennoch wettbewerbsfähig zu bleiben. Werbetreibende analysieren historische Auktionsdaten, um für verschiedene Zielgruppen das voraussichtliche Gewinnergebot vorherzusagen und ihre Gebote entsprechend anzupassen – so zahlen sie oft weniger als den Maximalwert, gewinnen aber dennoch wertvolle Impressionen. Zielgruppensegmentierung unterteilt die Gesamtzielgruppe in verschiedene Segmente mit jeweils eigenen Bietstrategien, sodass Budgets effizienter eingesetzt werden können: Höhere Gebote für wertvolle Segmente, niedrigere für weniger wertvolle.

Retargeting-Strategien nutzen RTB, um Nutzer erneut anzusprechen, die bereits auf der Website des Werbetreibenden waren oder Interesse an Produkten gezeigt haben. Retargeting-Kampagnen erzielen meist höhere Conversionraten als Neukundenkampagnen, was höhere Gebote für diese Zielgruppen rechtfertigt. Dayparting passt Gebote je nach Tageszeit an, da Nutzerverhalten und Conversionraten im Tagesverlauf schwanken. Frequency Capping begrenzt, wie oft ein Nutzer eine Anzeige in einem bestimmten Zeitraum sieht, um Werbemüdigkeit zu vermeiden und die Effizienz der Kampagne zu steigern. Kreativoptimierung bedeutet, verschiedene Werbemittelvarianten zu testen und Gebote auf Basis der am besten performenden Creatives anzupassen.

So unterstützt PostAffiliatePro das RTB-Kampagnenmanagement

PostAffiliatePro ist eine führende Lösung für das Management komplexer RTB-Kampagnen und programmatischer Werbeinitiativen. Die Plattform bietet umfassende Tools zur Überwachung und Optimierung der RTB-Leistung über mehrere DSPs und Ad Exchanges hinweg – alles aus einem zentralen Dashboard. Werbetreibende können wichtige Leistungskennzahlen wie Impressionen, Klicks, Conversions und Kosten in Echtzeit verfolgen, unterdurchschnittliche Kampagnen schnell identifizieren und unmittelbar Optimierungen vornehmen. Das fortgeschrittene Attributionsmodell von PostAffiliatePro hilft Werbetreibenden, den tatsächlichen Wert jeder Impression zu verstehen und ihre Bietstrategie entsprechend zu optimieren.

Dank Integrationsmöglichkeiten kann die Plattform nahtlos mit wichtigen DSPs, Ad Exchanges und Datenanbietern verbunden werden, was die Einrichtung und Verwaltung von Kampagnen vereinfacht. Die ausgefeilten Gebotsoptimierungs-Algorithmen von PostAffiliatePro analysieren historische Leistungsdaten, um optimale Gebotsanpassungen vorzuschlagen. So maximieren Werbetreibende den ROI und halten die Kostenstruktur effizient. Die Targeting- und Segmentierungs-Tools von PostAffiliatePro ermöglichen die präzise Definition von Zielgruppen und eine individuelle Bietstrategie, sodass das Budget auf die wertvollsten Nutzersegmente konzentriert wird. Mit umfassenden Reporting- und Analysefunktionen liefert PostAffiliatePro die nötigen Einblicke, um die Performance von RTB-Kampagnen kontinuierlich zu verbessern und den ROI gegenüber Stakeholdern transparent zu belegen.

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